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Ich tanze. Ich tanze eigentlich nie, aber heute tue ich es. Ich weiß nicht, warum ich es tue. Es überkam mich einfach. Ein Gefühl von Freiheit und doch ist da dieses Gefühl, dass dies nicht lange anhalten wird. Vielleicht noch eine halbe Stunde, vielleicht noch zwei Stunden. Die Musik scheint leiser und dumpfer zu werden. Um mich herum herrscht schier unendlicher Platz. Alle lächeln mich an, doch ich lächle nicht zurück. Ich kann nicht, denn ich spüre mein Gesicht nicht mehr. Mein Blick wird immer unklarer. Mein guter alter Freund kommt zu mir. Ich verstehe nicht, was er sagt, aber er klingt besorgt. Ich mache eine abweisende Handbewegung und nehme gerade noch wahr, wie er mir kurz seinen Arm um die Schultern legt und mich an sich drückt. Dann verschwindet er in der Masse. Das Licht blendet mich. Mir wird schwindelig. Die Musik ist kaum noch zu hören. Meine Beine beginnen zu zittern. Mir wird klar, dass es nicht mehr lang dauern wird. Mein rechtes Bein gibt als erstes nach. Ich sacke auf die Knie. Keinen scheint es zu kümmern. Ich habe mich früher auch nie um andere gekümmert. Ich lasse mich auf die Seite fallen und ziehe die Beine dicht an meinen Körper. Ich habe Angst und doch bin ich froh, dass es bald vorbei sein wird. Jemand beugt sich zu mir herunter, rüttelt an meiner Schulter. Ich schließe meine Augen. Noch Bruchteile von Sekunden. Jetzt gibt es kein Zurück mehr, jede Hilfe kommt jetzt zu spät. Ob es richtig war, den goldenen Schuss zu wählen ist jetzt nicht mehr wichtig. Ich bin erlöst. Und das ist es, was für mich gezählt hat.
(c) by Christian Gerdes, 23.05.2009
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Kommentar von hans, 30.01.2011 00:02:13: :D:D  |
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