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Es tut mir Leid

   
 


 

 

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Es regnete in Strömen, als Leo mit seinem Wagen die einsame, dunkle Allee entlang raste. Wo mochte sie nur sein? Weit konnte sie jedenfalls noch nicht gekommen sein.

„Ich will dich nie wieder sehen!“ hatte Imke nach ihrem Streit vor einer halben Stunde zu Leo gesagt. Zwanzig Minuten hat es gedauert, bis Leo begriff, was er gerade getan hatte. Es tat ihm schrecklich Leid und er fasste den Entschluss, Imke nachzufahren.

Verzweifelt und wild entschlossen sich zu entschuldigen suchte er die alte Allee, die zu ihr nach Hause führte ab. Er konnte kaum etwas sehen, keinen klaren Gedanken fassen.

Nach einer engen Kurve taucht plötzlich das schwache Rücklicht eines Fahrrads auf. Leo macht eine Vollbremsung, die Räder blockieren. Zu spät, der Wagen gerät auf der nassen, mit Laub übersäten Straße ins Schleudern. Ein dumpfer Knall, der Wagen schleudert weiter quer über die Straße. An einer dicken Eiche kommt Leos Auto zum Stehen. Nach einigen Sekunden kommt Leo wieder zu sich, doch wo war der Radfahrer geblieben? Blutüberströmt schleppt Leo sich aus dem völlig zerstörten Auto. Als er im Straßengraben das Fahrrad von Imke erkennt bricht er zusammen. Nachdem er zum zweiten Mal das Bewusstsein wiedererlangte verspürte Leo nun keinerlei Schmerzen mehr. Er kroch in Richtung Straßengraben. Dort angekommen sah er Imke mit dem Gesicht im überfüllten Wassergraben liegen. Sofort stürzte er zu ihr und hob sie aus dem Wasser. Der Regen wurde immer schlimmer. Leo beatmete seine leblose Freundin. Nach einigen Minuten setzte Imkes Herzschlag wieder ein und sie atmete. In all der langen Zeit kam kein einziges Auto an der Unfallstelle entlang. Plötzlich hörte Leo ein Handy klingeln. Mitten auf der Fahrbahn lag Imkes Telefon. Es war eine seiner zahlreichen Entschuldigungen, die Leo per SMS an Imke geschickt hatte. Leo kroch über die Straße und nahm das Handy an sich. Er wählte den Notruf. Zehn Minuten würde es dauern, bis Hilfe kommt. Leo nahm die bewusstlose Imke in seine Arme. Für einen Moment kam Imke zu sich und blickte Leo in die Augen. „Es tut mir Leid“ flüsterte Leo. „Schon gut“ antwortete Imke und sackte wieder zusammen.

Minuten vergingen.
Imke kam zu sich. Der Regen hatte aufgehört. Was war passiert? Sie war umgeben von Helfern. Imke sah das Auto ihres Freundes, mit dem sie sich kurz vorher gestritten hatte. Um das Auto herum liefen zahlreiche Feuerwehrleute mit schwerem Gerät. „Sie kommt zu sich!“ hört Imke einen der Helfer sagen „sie muss sich mit letzter Kraft aus dem Graben gezogen haben, soviel Wasser wie sie in der Lunge hat.“ „Wo ist Leo?“ fragte Imke mit leiser Stimme. „Dem geht es gut“ beruhigte sie der Notarzt. „Wir bringen Sie jetzt in ein Krankenhaus.“ Beruhigt schlief Imke ein.

Als sie stunden später im Krankenhaus wieder aufwachte war sie an viele Geräte angeschlossen und ihr halber Körper war in Verbände gewickelt. Am Bett saßen ihre Eltern, aber von Leo keine Spur. Sie fragte ihre Eltern, wo Leo sei und ob es ihm gut gehen würde. „Da, wo er jetzt ist, geht es ihm besser als hier,“ antwortete Imkes Mutter „er ist mit seinem Auto gegen einen Baum geprallt und die Feuerwehr konnte ihn nur noch tot aus dem Wrack holen, es tut uns Leid Imke!“

(c) by Christian Gerdes, 04.05.2008






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